Gesamtwehrübung der Lüneburger Feuerwehren. Die vier Lüneburger Ortsfeuerwehren führten am Abend des 28.07.2010 im Hafen Lüneburgs eine Großübung mit vier Einsatzabschnitten durch.
Die angenommene Lage ergab sich aus dem Treiben von Randalierern: Nach einer mehrtägigen Open Air
Rockveranstaltung kam es zu Ausschreitungen mit der Polizei.
Eine zehnköpfige Gruppe ist randalierend über das Gelände der Firma Radici Plastics gelaufen. So die erdachte Vorgeschichte zur Übungslage.
1. In einem Lagerzelt wurde ein Feuer gelegt und mehrere Behältnisse umgeworfen. Eventuell läuft Parafinöl aus und direkt ins Hafenbecken.
2. In der Lagerhalle 3 ist ein Schadenfeuer ausgebrochen. Die Flammen schlagen im westlichen Teil bereits aus der Dachhaut. Es gibt eine sehr starke Rauchentwicklung, in der Halle werden 2 Mitarbeiter vermisst.
3. Im nördlichen Teil des Geländes stehen ca. 3000 Quadratmeter Unterholz und Wald in Flammen.
4. Sieben Personen wurden von der Polizei festgenommen, 3 weitere werden noch vermisst. Ob sie flüchtig sind oder durch ihren Randalezug selber in Gefahr geraten sind ist unklar.
Die verschiedenen Schadenlagen auf dem Gelände wurden in Einsatzabschnitte aufgeteilt und von je einem Abschnittsleiter geführt. Alle Abschnittsleiter agierten unter der Führung des Gesamteinsatzleiters. Einsatzleiter Peisker koordinierte die Kräfte mit Unterstützung der Kommunikationsgruppe zu den einzelnen Abschnitten, sorgte
für die Nachalarmierung weiterer Kräfte und koordinierte den Kontakt zu beteiligten Behörden und Organisationen wie beispielsweise dem Rettungsdienst.
Die Kommunikation zwischen den Führungskräften und der Einsatzleitung war ein Übungskriterium so der stellv. StBM Diesterhöft. Erkundung der jeweiligen Gefahrenund
Schadenlagen, die Identifizierung der eventuell auslaufenden Flüssigkeiten und die Koordination der Einsatzkräfte an in die verschiedenen Abschnitte waren die ersten Aufgaben vor denen die Einsatzkräfte standen. Auch die Wasserentnahme aus offenem Gewässer sollte hier besonders geübt werden.
Eine Aufgabe der sich die Lüneburger Einsatzkräfte im Stadtgebiet selten gegenüber sehen, doch im Ernstfall
muss auch diese Aufgabe „blind“ beherrscht werden. Es wurden fünf Personen gerettet, eine Aufgabe die von den Atemschutztrupps und Drehleiterbesatzungen zu
lösen war.
Der erste Abschnitt sah sich mit auslaufenden Flüssigkeiten konfrontiert, die identifiziert werden mussten, um weiteres Vorgehen zu planen. Dazu musste das gelegte Feuer gelöscht werden. Die Lage konnte, durch den Einsatz von Atemschutztrupps,schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Der zweite Abschnitt hatte mit einem Hallenbrand zu kämpfen, bei dem die Flammen bereits aus dem Dach schlugen und Personen vermisst wurden.
Die Flammen aus dem Dach wurden über den TM-40 mit einem Wasserwerfer abgeriegelt während sich in der Halle Atemschutztrupps an die Personensuche und deren Rettung machten.
Dazu fand ein Innenangriff zur Brandbekämpfung statt. Auch die Atemschutzlogistik für den Gesamteinsatz wurde in diesem Abschnitt bewältigt.
Im Bereich des Hafenbeckens wurde der dritte Abschnitt eingerichtet. Um das auslaufende Parafinöl aufzufangen wurde das Boot mit der Drehleiter ins Wasser verbracht
und eine Ölsperre eingesetzt. Auch die Feuerwehrtaucher waren hier eingebunden.
Mit einem Waldbrand hatte der vierte Abschnitt zu kämpfen. Dabei galt es einen Flüssiggastank sowie ein Gasflaschenlager zu schützen. Die Wasserentnahme geschah
dazu aus dem Elbeseitenkanal. Eine Person hatte sich auf einen Silo geflüchtet und musste vor dem Rauch mit einer Drehleiter gerettet werden.
Rund 150 Einsatzkräfte übten hier den Ernstfall. Nicht das Megaszenario war hier gefragt. Viele verschiedene Aufgaben, die in der Frage um Mannschaft und Personal zu koordinieren waren.
Bis auf wenige Feinheiten konnten alle gestellten Aufgaben
zur vollsten Zufriedenheit von Stadtbrandmeister Kleps und dem Ausrichterteam abgearbeitet werden. Nur durch solche Übungen kommen Verbesserungsmöglichkeiten ans Tageslicht, die man dann für den Ernstfall ändern und nutzen kann.
Wir bedanken uns bei der Firma Radici Plastics für das zur Verfügung gestellte Übungsobjekt und der Freiwilligen Feuerwehr Melbeck für die Unterstützung mit Verletztendarstellern.
Eingesetzte Kräfte/Material: 157 FA, / 2x Boot, 4x Tauchgerät
Eingesetzte Fahrzeuge: 3x TLF, 2x DLK, 1x TM-40, 1x GW-A, 1x GW-T, 5x(H)LF,1x RW, 2x ELW, 2x KdoW, 1x LKW, 6x MTF, 1x Boot
Bericht: Daniel Roemer, 2.Pressesprecher Feuerwehr Lüneburg
Bild: Daniel Roemer, 2.Pressesprecher Feuerwehr Lüneburg
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