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„Strahlend“ schönes Wetter

Ein sonniger strahlender Tag empfing die Einsatzkräfte der Feuerwehren am Samstagvormittag in Neetze.

Strahlend war er im wahrsten Sinne des Wortes. Ein mit radioaktivem Material beladener PKW fuhr über einen unbeschrankten Bahnübergang auf der Strecke Lüneburg-Bleckede, missachtete dabei die Vorfahrt des ankommenden Triebwagens und kollidierte mit ihm. Dabei wurde der PKW erfasst und mitgeschliffen. Die radioaktive Ladung des PKW wurde dabei großflächig verteilt und einige Behälter davon wurden stark beschädigt, so dass radioaktive Strahlung freigesetzt wurde.

Die beiden Insassen des PKW wurden durch den Aufprall schwer verletzt und eingeklemmt, 14 Fahrgäste und der Lokführer wurden ebenfalls zum Teil schwer verletzt. Im Zug befand sich zufällig der Notfallmanager der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg e.V. Henning Karger, dieser informierte die Feuerwehr über das Unglück.

Diese Einsatzübung stellte die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor ganz besondere Herausforderungen. Geht man bei einem normalen Unglücksfall einfach zu den Unfallopfern und versorgt diese, geht bei einem oben beschrieben Fall der Eigenschutz der Einsatzkräfte vor. Hier müssen Spezialkräfte ran und die kamen dann auch. Der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr Lüneburg, die Gefahrgutgruppe der Feuerwehr Ostheide, ein Teil des Fachzuges Messen und Spüren aus Munster und die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK Kreisverbandes.

Die Spezialkräfte begannen sofort mit der Versorgung und Rettung der Unfallopfer. Parallel dazu wurde ein Dekontaminationsplatz der Stufe „Dekon 3“ (Höchste Stufe) aufgebaut.

Dieser ist notwendig, da keine Unfallopfer, keine Einsatzkräfte und kein Material den abgesperrten Bereich (kontaminierter Bereich) verlassen dürfen, ohne vorher gründlich gereinigt worden zu sein (dekontaminiert). Das bedeutet, jedes Unfallopfer wird auf mögliche Strahlung untersucht und muss evtl. entkleidet und geduscht werden, bevor es den kontaminierten Bereich verlassen und weiter medizinisch versorgt werden kann.

Für die Einsatzkräfte im Sperrgebiet war die Hilfeleistung besonders anstrengend, da hier Schutzkleidung in Form von Schutzanzügen und Atemschutzmasken getragen werden musste. Die Befreiung der eingeklemmten Insassen war nicht nur eine Herausforderung, weil es galt die Verletzten möglichst schnell zu befreien, auch musste der Blick permanent auf die Messgeräte gerichtet werden, um sich selbst vor zu starker Strahlung zu schützen. Gleiches galt für die zu rettenden Personen im Zug.

Auch für die 26 Einsatzkräfte der SEG des DRK eine nicht ganz alltägliche Anforderung. Man sieht die Unfallopfer, sie sind fast zum Greifen nahe, aber man darf nicht zu ihnen, bevor diese nicht dekontaminiert sind. Insgesamt mussten sieben Schwerverletzte, darunter die beiden Insassen aus dem PKW und der Lokführer, versorgt werden. Drei weitere Personen wurden leicht und sieben mittelschwer verletzt.

Überwacht wurde die Übung von Fabian Gehricke, er beobachtete die Arbeit der ca. 80 Feuerwehrkräfte und notierte sich, was bei nächsten Mal noch optimiert werden könnte.

Diese Übung war für viele Einsatzkräfte des ABC-Zuges bereits die zweite Übung an diesem Wochenende.
Einen Tag vorher galt es für die Einsatzkräfte eine Gefahrguteinsatzübung in Zeetze abzuarbeiten.

Nach einem Brandeinsatz in einem landwirtschaftlichen Betrieb klagten die Feuerwehrkräfte der Feuerwehr Zeetze plötzlich über Reizungen in den Atemwegen. Daraufhin wurde der ABC-Zug zusammen mit den Kameraden aus Munster alarmiert. Nach dem Eintreffen fuhren die Erkundungswagen aus Lüneburg und Munster zur Messung in die anliegende Ortschaft, um eine mögliche Gefahrstoffausbreitung zu messen. Auch hier wurde wieder ein Dekontaminationsplatz an der Einsatzstelle eingerichtet. Dieser war diesmal für die Einsatzkräfte die unter Chemikalienvollanzug (Vollgummianzüge) in den abgesperrten Bereich vorgingen und anschließend dekontaminiert werden mussten.

Insgesamt zeigten sich alle zufrieden mit den Einätzen und manch einer der Einsatzkräfte freute sich nach jeder Übung auf die Dusche, denn arbeiten unter Schutzanzügen ist wirklich schweißtreibend.


Bericht: Andreas Bahr, Gemeindepressesprecher Feuerwehr Ostheide
Bild: Andreas Bahr, Gemeindepressesprecher Feuerwehr Ostheide



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