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Aus einer Mücke wurde ein Elefant

So könnte man die Übung am 18.11.2019 beschreiben, die Philip Neben sich für seine Kameradinnen und Kameraden ausgedacht hatte.

Die Übung fing relativ harmlos mit der Alarmierung der Feuerwehr Vastorf an: „Auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall, Einsatz ohne Eile“. Doch noch während der Anfahrt wurde die Alarmierungsstufe erhöht: „H3Y - Person im PKW eingeklemmt“. Die Feuerwehr Reinstorf und der Rettungsdienst wurden nachalarmiert.

Für den Einsatzleiter bot sich aber vor Ort noch ein ganz anders Szenario. Im PKW waren zwei Personen schwer verletzt und eingeklemmt und in ca. 75 Meter Entfernung stand ein LKW mit Gefahrgutkennzeichnung aus dem Flüssigkeit von der Ladefläche lief und das ganze in einem Bereich, der absolut Dunkel war.

Nach Angabe der Gefahrgutnummern (1791 - Hypochloritlösung und 1789 - Chlorwasser-stoffsäure) war klar, hier kann nur die Windrichtung beachtet, der Gefahrenbereich abgesperrt und Spezialkräfte angefordert werden.

In der Zwischenzeit reagierten die beiden Chemikalien miteinander und es entstanden ätzende Dämpfe, zusätzlich kam noch die Information aus der Leitstelle, dass die Chemikalien nicht mit Wasser in Kontakt kommen dürfen.

Daraufhin wurde ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften alarmiert: die Gefahrgutgruppe der Feuerwehr Ostheide, der Gefahrgutzug und der ABC-Zug des Landkreises Lüneburg.

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Reinstorf und des Rettungsdienstes gestaltete sich die Rettung der beiden Insassen als sehr schwierig, denn das verunfallte Fahrzeug lag auf dem Dach und war so stark deformiert, dass das Schaffen einer Zugangsöffnung (Rettungsöffnung) eine hohe Anforderung an die Kräfte stellte. Zusätzlich wurde die Arbeit der Einsatzkräfte durch Gaffer gestört, die mit Ihren Handys Fotos und Videos von den Helfern und den verletzten Personen machten und dabei die Rettungsarbeiten behinderten - auch dieses traurige Erfahrungen bei realen Einsätzen.

Parallel zur Insassenrettung lief bereits der Gefahrguteinsatz. Die Feuerwehrkräfte rüsteten sich mit Atemschutzgeräten und Vollschutzanzügen (komplett von der Außenwelt getrennte Anzüge) aus. Mit großen Auffangwannen und Warngeräten machten sich die Einsatzkräfte auf den Weg zum Gefahrgutlaster. Währenddessen wurde die Säuberungsstation (Dekontaminationsstation) für die Vollschutzträger eingerichtet, damit diese nach ihrem Einsatz mit Wasser und Bürste gereinigt (dekontaminiert) werden können.

Die Arbeit in den geschlossen Anzügen ist zusammen mit dem Atemschutzgeräten Schwerstarbeit, so können die Einsatzkräfte nur ca. 20 Minuten arbeiten, da sie unter der Last mehr Atemluft verbrauchen als bei anderen Einsätzen. Zusätzlich muss der Luftvorrat auch noch reichen, bis die Einsatzkräfte komplett dekontaminiert sind, solange müssen sie den Vollschutzanzug tragen und bekommen nur durch die Atemschutzgeräte ihre Atemluft.

Während das Gefahrgut in die Behälter der Feuerwehr umgefüllt wurde, führte der ABC-Zug Messungen durch, ob eine Gefährdung für die Bevölkerung bestand. Hier konnte aber Entwarnung gegeben werden.

Gegen 21.20 Uhr war die Übung beendet, dass gesamte Material musste wieder aufgeladen werden und die über 100 Einsatzkräfte konnten zur Stärkung ins Feuerwehrhaus Reinstorf fahren, wo ein kräftiges Essen und Getränke auf sie warteten.


Bericht: Andreas Bahr, KPW Kreisfeuerwehr Lüneburg
Bild: Andreas Bahr, KPW Kreisfeuerwehr Lüneburg



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